Eine Quelle für das Erfolgsmodell Schweiz

Rudolf Strahm spricht in Luzern über den Wert der dualen Berufsbildung

Als Belinda Bencic Mitte August ein Tennisturnier in Toronto gewann, war das ein Medienereignis erster Güte mit Liveübertragung in TV, Radio, Internet und ganzseitigen Zeitungsartikeln. Dass zur gleichen Zeit die 40köpfige Schweizerdelegation an der Berufsweltmeisterschaft in São Paulo eine Gold-, sieben Silber- und fünf Bronzemedaillen sowie 22 Diplome errang, war gerade mal eine Randspalte in den meisten Zeitungen wert – wenn überhaupt.

Gegen diese Geringschätzung der Berufsbildung in der Öffentlichkeit, durch Medien und Politik kämpft der ehemalige Nationalrat und Ex-Preisüberwacher Rudolf Strahm seit Jahren an. Dass die Schweiz trotz hoher Löhne und Preise eine starke Exportnation mit der höchsten Industrieproduktion pro Kopf der Bevölkerung ist, liegt nach Auffassung des Berner Ökonomen nicht zuletzt an ihrem Berufsbildungssystem. Es brauche zwar Ingenieure, Erfinder, Patente und Design. Voraussetzung zum Erfolg seien aber auch ausgebildete Fachkräfte und Berufsfachleute, die die Innovationen mit grosser Präzision rasch umsetzen können. Die heute feststellbare Tendenz zur Akademisierung auch der Berufsbildung gefährdet nach Strahm das bewährte Erfolgsrezept der dualen Bildung.

Rudolf Strahm vertritt seine Thesen zur «Akademisierungsfalle» am 14. Oktober 2015 in einem Referat in Luzern.

Die Veranstaltung findet in der Aula des Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrum FMZ im Hirschengraben 10 in Luzern statt und beginnt um 18.30 Uhr. Im Anschluss an seinen Vortrag diskutiert Strahm mit dem Publikum über seine Thesen.
Moderation: Hannes Stöckli, ffgrafik/Deutschlehrer.

Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung wird vom Förderverein Fachklasse Grafik ffgrafik organisiert – einer Organisation, die den Erhalt des gestalterischen Berufsausbildungswegs für Schulabgänger und Schulabgängerinnen der Sekundarstufe 1, insbesondere den Erhalt und die Förderung der Fachklasse Grafik Luzern zum Ziel hat.